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… denn Tradition hat Zukunft !
SIMSON
SR1
S50 B1
S51
Die bei Simson verwendeten Motoren: 6 Grundvarianten In Vorkriegszeiten wurde bei Simson, zu der Zeit "Gustloff-Werke", das Motorfahrrad BSW produziert. Der Motor dieses Konfektionärsfahrzeuges war der sehr weit verbreitete 98ccm Motor der Fichtel & Sachs AG. Da es genügend Literatur und Internetseiten zu diesem Motor gibt und dieser auch nicht typisch für Simson-Fahrzeuge war, soll er hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Kleine Motorenkunde
Diese Sachs-Motoren sahen alle gleich aus, lediglich die Verwendung von Pedale oder Kickstarter variierte. (nicht bei Simson!)
Im Jahre 1955 begann man in Suhl mit der Produktion von Simson- Mopeds. Zu diesem Zweck mußte ein neuer Motorenlieferant gefunden werden: Die Sachs-Motoren-Produktion befand sich nach der Teilung Deutschlands im Westen, konnte daher nach der Währungsreform nicht mehr genutzt werden. Außerdem sollte das neue Fahrzeug 50ccm haben. Daher wurde bei MZ ! ein Motor entwickelt und vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert. Der Motor hatte die Bezeichnung Sömtron RH50. Bei den ersten Modellen war noch der Schriftzug Rheinmetall aufgebracht, später wurde darauf verzichtet. Den Motor gab es in drei Ausführungen: RH50 I - verbaut im Simson SR1. Das Getriebe dieses Motors hatte keinen Freilauf, man startete also, indem man wie beim Fahrrad losfuhr. RH50 II - verbaut im Simson SR2 bzw. 2E. Mittels Freilauf auch im Stand anzutreten, ansonsten identisch mit dem Vorgänger. RH50 KRo - verbaut im KR50 bzw. dem Spatz SR4-I K bzw.P- wahlweise mit Kickstarter oder Pedale und etwas mehr Leistung. Allen Motoren gemeinsam war das handgeschaltete 2-Gang-Getriebe sowie Motor, Kupplung und Lichtmaschine. Die Hauptunterschiede waren also im Freilauf bei den beiden Pedalvarianten, in der Startvorrichtung (Pedale oder Kickstarter) und im Zylinderkopf (mehr Verdichtung = mehr Leistung, weil KR50 und Spatz schwerer waren) sowie im Tachoantrieb. Der gerade verzahnte Primärantrieb verursachte das typische Heulgeräusch, die Unterbrecher-Magnetzündanlage lieferte 15W Scheinwerferleistung, der Zylinder war ein Graugußzylinder, fahrtwindgekühlt. Alle Wellendichtringe waren ohne Motorzerlegung auswechselbar. Der gesamte Motor war also sehr unspektakulär ohne technische Highlights- aber sehr robust, langlebig und zuverlässig. Er hatte ganz sicher großen Anteil an selbigem Ruf der Simson-Fahrzeuge.
Charakteristisches Erkennungsmerkmal ist die Bowdenzugaufnahme für Schalt- und Kupplungszug unter dem Motor
Es zeichnete sich ab, daß die Büromaschinenwerke Sömmerda als Motorenlieferant nicht mehr länger zur Verfügung stehen würden , schon gar nicht für Weiterentwicklungen. Und Simson hatte vor, nach der überraschenden Einstellung der Motorradproduktion (per staatlicher Weisung!) eine große Modellpalette an Kleinkrafträdern zu produzieren. Daher entstand bei Simson die nächste Motorengeneration: M50 ab 1964 als M 52/53/54 . Es zeigte sich bei Fahrversuchen durch den bergigen Thüringer Wald, daß bei einem 2-Sitzer-Moped ca. 3-3,5PS notwendig waren, um auch Steigungen zu überwinden. Als die Schwalbe dann auf glatter Strecke ca. 60 km/h lief, verbaute man keine Drosselungen sondern änderte lieber die gesetzlichen Bestimmungen in der StVZO. Somit haben wir diesem Motor in der Schwalbe als erstem Fahrzeug dieser Baureihe die glückliche 60km/h-Regelung zu verdanken-bis heute Dank Bestandsschutz! Dieser Motor hatte generell 50 ccm (auch der Sperber!), konnte aber mit 2, 3 oder 4 Gängen kombiniert werden. Die Kühlung war entweder durch Fahrtwind (Spatz,Sperber,S50) oder Gebläse (Schwalbe, Star,Habicht) gewährleistet. Die Kupplung war eine mechanische Ölbadkupplung- Standart, verstärkt (Sperber) oder mittels Fliehkraft (Schwalbe Automatik, Duo). Die Schaltung erfolgte per Fuß oder Hand (Spatz, bestimmte Schwalbe-Typen).Die Motorleistungen lagen zwischen 2,3 PS (Spatz), 3,4PS (Ur- Schwalbe und Star SR4-2), 3,6PS (Schwalbe-/1, Star SR4-2/I Habicht und S50). Die Zündung erfolgte generell über Magnetzündanlage, entweder mit Unterbrecher und 15 oder 25W Scheinwerferleistung oder als Elektronik-Zündung (ab1978) mit 35 Watt. Diese Aufzählung soll nur verdeutlichen, was für ein vielfältiger Verwandlungskünstler dieser Motor war. Bei technisch fast identischem Aufbau sah er mit Gebläse z.B. völlig anders aus als mit moderner gestalteten Seitendeckeln beim S50- in seinem inneren werkelte aber über 20 Jahre die gleiche Technik-.zuverlässig wie eh und je.An Hand der exakten Typenbezeichnung des Motors konnte man auf die Ausstattungsvariante schließen: z.B. M 53/1 KF für Motor 50ccm 3-Gang /1=drehmomentgesteigerter Motor Kickstarter Fußschaltung. Und nun noch mal zur Übung: Was war der M54KF? Richtig! Motor 50 ccm 4-Gang Fahrtwindgekühlt- also Sperber SR4-3 . Schwieriger wird´s mit M54/11KFL (Habicht) oder M53/11AR (Schwalbe Automatik) oder M53/2KF(S50)! Weitere Übungsbeispiele finden wir in den "Hinweisen zur Identifizierung von Simson-Kleinkrafträdern". Diese sind in einschlägigen Websites zugängig - daher möchte ich sie an dieser Stelle nicht zum X-ten Male ins Netz stellen.
Letzter Entwicklungsstand: Motor M53/22 KF im Simson S50 B2 (2 steht für Elektronikzündung)
Motor M 52 KH im Spatz SR4-1SK (steht für Simsonmotor Kickstarter) auffälliges Erkennungsmerkmal aller Motoren dieser Baureihe außer der Automatik-Variante ist der große Schaulochdeckel mit den beiden Senkschrauben.
Simson-Motor M51A von 1970 bis 1972 produzierte man in Suhl ein einfaches Mofa, das SL1 bzw. mit Federung vorn das SL1S. Zu diesem Zweck wurde der Motor M51 entwickelt, A steht für automatische Kupplung- wie bei Mofas üblich. Dieser Motor wurde später noch in Benzinrasenmähern verwendet und soll nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. (Fotos folgen nach erfolgter Restaurierung) Simson war sehr start exportorientiert. Daher mußten auch internationale gesetzliche Bestimmungen z.B. über Geräusch- oder Abgaswerte eingehalten werden. So kam es zu einer neuen Motorengeneration, die 1980 im S51 Ihr Debüt feierte. Die Motorenbaureihe bekam die dreistellige Bezeichnung M501/502.  Technologische Besonderheit war, daß dieser Motor nicht mehr in stupider reiner Fließbandarbeit gefertigt wurde sondern als sogenannte "Nestfertigung" die Mitarbeiter fast komplette Motoren zusammenschraubten. Die Arbeit war nicht so eintönig und durch die Erfassung der Motornummern/Mitarbeiter sollte die Reklamationsquote durch Rückverfolgungsmöglichkeit des Monteurs geringer werden. Die Qualität der Motoren war aber zu keiner Zeit schlecht. Diesmal konnte man zwischen 3- und 4-Ganggetriebe (später 5-Gang) wählen und sogar der Hubraum und damit die Leistung variierte zwischen 50 und 70 ccm. Es entfiel die Variante mit Gebläse (außer bei den Gartengeräten Fortschritt) , die Möglichkeit der Handschaltung und die automatische Fliehkraftkupplung- ein schwerer Schlag für den Produzenten des Behindertenfahrzeuges Duo! Dafür kam die Möglichkeit des E-Starters und für die Fortschritt-Geräte ein Rückwärtsgang! Der ließe sich auch im Duo verwirklichen- eine Herausforderung für heutige Bastler. Zu der Option Unterbrecher- oder Elektronikzündung kam die Weiterentwicklung auf 12V-Lichtmaschine, ein Drehzahlmesserantrieb und als Design-Variante mattschwarze Motorenteile. Während bei den Vorgängermodellen zum Wechsel der Kickstarterwelle und der Kurbelwellen-Simmerringe der Motor zerlegt werden mußte, konnte man hier wie schon früher bei den Sömtron-Motoren die Arbeiten von außen erledigen. Allerdings wurden deshalb die Kurbelwellenlager nur Gemisch- geschmiert 1:50 und erreichten daher selten die Laufleistungen von S50, Schwalbe und Co. Das Getriebe war als Ziehlkeilgetriebe ausgelegt, sehr gut zu schalten und in der Gangzahl zu variieren. Die Kupplung war eine Tellerfederkupplung mit optimaler Handkraftverteilung. Alles in allem ein sehr variabler und reparaturfreundlicher Motor. Daher wurde er auch von 1980 bis zum Ende von Simson verwendet und wird heute von MZA in Suhl wieder gefertigt! Die Bezeichnung der Motoren war wieder völlig logisch aufgebaut: z.B. M541KF = Motor 50ccm 4-Gang 6V=Baureihe1 Kickstart Fußschaltung oder M 741 EFS = Motor 70ccm 4-Gang Elektrostart Fußschaltung Simson-Roller Diese Motoren wurden eingesetzt in den S51, S70, KR51/2 SR-Roller S53 S83 Duo 4/2 Fortschritt Motor
Motor M 541 KF mit polierten Deckeln, nur für Exportfahrzeuge
FAZIT Die bei Simson verwendeten Serien-Motoren waren alltagstaugliche und variable Motoren, ohne jedoch besondere technische Raffinessen aufzuweisen. Membraneinlaß, Drehschieber oder Getrenntschmierung (bis auf das Nach-Wende-Modell Sperber50) sucht man vergebens, Reparaturfreundlichkeit, kostengünstige Produktion und Reparatur und Zuverlässigkeit findet man dafür fast immer. Sicher ein Grund dafür, daß der Simson-Motor den Untergang der Marke Simson als Zweiradhersteller und sogar den Jahrtausendwechsel überlebt hat.
Motor für die AWO 425 bzw. 425S Darauf möchte ich nach erfolgter Restaurierung eingehen, auch Bilder später!
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